Didaktischer Schwerpunkt des Faches Wirtschaftswissenschaften (WiWi) ist die Förderung der ökonomischen Mündigkeit – also die Fähigkeit, wirtschaftliche Zusammenhänge aus unterschiedlichen Perspektiven zu verstehen, kritisch zu reflektieren und verantwortungsvoll zu handeln. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie die Entscheidungen einzelner Akteure auf Gesellschaft und globale Prozesse wirken. Dabei geht es nicht nur um das Verstehen von Modellen und Theorien, sondern auch um die aktive Mitgestaltung wirtschaftlicher Entwicklungen im Sinne einer demokratischen und nachhaltigen Gesellschaft.
WiWi kann an der GSS nur als Leistungsfach gewählt werden. Es ersetzt dann die Belegverpflichtung für das Fach Politik und Wirtschaft (PoWi). Bis zum Ende der Einführungsphase ist ein Wechsel von WiWi zu PoWi möglich.

Grundlage für den Unterricht im Fach WiWi ist das Kerncurriculum für die gymnasiale Oberstufe. U.a. die folgenden zentralen aktuellen Themen werden behandelt:
- Globalisierung: Wie verändern internationale Arbeitsteilung, Welthandel, multinationale Unternehmen und internationale Politik unsere Lebens- und Arbeitswelt? Welche Chancen und Herausforderungen ergeben sich daraus für Konsumenten, Arbeitende und Staaten?
- Nachhaltigkeit: Wie kann wirtschaftliches Handeln ökologisch verträglich, sozial gerecht und ökonomisch tragfähig gestaltet werden? Welche Rolle spielen Unternehmen, Konsumenten und Politik bei der Transformation zu einer nachhaltigen Wirtschaft?
- Digitalisierung: Wie verändern digitale Technologien Produktionsprozesse, Geschäftsmodelle und Arbeitsmärkte? Welche Kompetenzen brauchen wir in einer zunehmend datengetriebenen Ökonomie?
- Soziale Gerechtigkeit: Wie entstehen Einkommens- und Vermögensunterschiede? Welche wirtschaftspolitischen Instrumente stehen zur Verfügung, um Chancengleichheit zu fördern und Armut zu bekämpfen?
- Wirtschaftliche Zusammenhänge: Wie beeinflussen Verbraucher durch ihr Nachfrageverhalten die Preisbildung und das Angebot auf Märkten? Wie wirken sich staatliche Maßnahmen – wie Steuerpolitik, Sozialleistungen oder Umweltregulierungen – konkret auf die Bevölkerung aus? Welche strategischen Entscheidungen müssen Unternehmen als Reaktion auf staatliche Maßnahmen treffen? Wie hängen wirtschaftliches Handeln und politische Rahmenbedingungen miteinander zusammen? Welche Rolle spielt die Europäische Zentralbank (EZB) als geldpolitische Institution im Euroraum und wie beeinflussen ihre Entscheidungen die Inflation und wirtschaftliche Stabilität?
Diese und andere Themen werden an der GSS nicht isoliert, sondern vernetzt und problemorientiert behandelt – stets mit engem Bezug zum aktuellen weltpolitischen Geschehen. Ziel ist es, ökonomische Bildung nicht als abstraktes Fachwissen zu vermitteln, sondern als Schlüsselkompetenz für ein selbstbestimmtes Leben in einer komplexen Welt.
Für weitere Fragen steht Tanja Eisenbach zur Verfügung.
