Am 11.02.2026 besuchten wir mit unserem Geschichtskurs von Frau Büchling-Henkel und dem Geschichtskurs von Herrn Tolle die Gedenkstätte und das Museum Trutzhain. Die Gedenkstätte liegt auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers STALAG IX A Ziegenhain, das 1939 errichtet wurde. Während des Zweiten Weltkriegs waren dort zeitweise über 53.000 Gefangene aus verschiedenen europäischen Ländern inhaftiert. Wir haben gelernt, dass die Gefangenen unter sehr schlechten Bedingungen leben mussten. Besonders sowjetische Kriegsgefangene wurden extrem schlecht behandelt, litten unter Hunger, Krankheiten und harter Zwangsarbeit. Viele starben im Lager. Die Nationalsozialisten missachteten das Völkerrecht und behandelten die Gefangenen je nach Herkunft unterschiedlich.

Besonders an diesem Ort ist, dass er nicht nur eine traurige und negative Geschichte hat, sondern auch eine positive Seite zeigt. Nach dem Krieg wurde das Lager zunächst von der US-Armee als Internierungslager genutzt, später als sogenanntes Displaced-Persons-Camp für heimatlose Menschen, vor allem jüdische Überlebende aus Osteuropa, und schließlich als Flüchtlingssiedlung. Für viele Menschen war Trutzhain ein Ort des Neuanfangs. Der Ausflug war sehr abwechslungsreich gestaltet. Wir haben mit einem Rundgang durchs Dorf begonnen und uns dabei die alten Baracken und Friedhöfe angeschaut, während uns Herr Junker, ein Mitarbeiter der Gedenkstätte, viel dazu erzählt hat. Anschließend schauten wir einen Film im Museum, in dem historische Hintergründe erklärt wurden und Interviews von ehemaligen Gefangenen gezeigt wurden, die ihre ganz unterschiedlichen Erfahrungen teilten. Nach der Mittagspause arbeiteten wir in Gruppen an ausgewählten Themen. Das hat uns besonders gut gefallen, weil man so eigenständig im Museum gezielt nach Informationen suchen musste und sich noch einmal intensiver mit den Inhalten beschäftigen konnte. Zum Schluss trafen wir uns wieder, um die Ergebnisse und Eindrücke des Tages zusammenzutragen.

Die Exkursion hat uns sehr eindrücklich gezeigt, wie das Lager aufgebaut war und wie es den Menschen dort ergangen ist. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Geschichte nicht nur aus Zahlen und Fakten besteht, sondern auch von persönlichen Geschichten und menschlichen Schicksalen geprägt wird. Besonders die Mischung aus Rundgang, Film, Gruppenarbeit und Gesprächen hat den Tag interessant und lehrreich gemacht und uns gezeigt, wie wichtig es ist, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen.
Marlene Träger & Johanna Feller

