Am 11.02.2026 unternahm unser Geschichtskurs eine Exkursion zur Gedenkstätte Breitenau in Guxhagen. Ziel des Besuchs war es, die Geschichte des ehemaligen Konzentrationslagers und Arbeitserziehungslagers der NS-Zeit zu verstehen und die historischen Orte direkt vor Ort zu erleben.

Nach unserer Ankunft begann der Tag damit, dass wir gemeinsam Vorwissen sammelten. Wir ergänzten einen Zeitstrahl, auf dem die wichtigsten Ereignisse der Breitenau-Geschichte eingeordnet wurden. Außerdem sammelten wir Fragen, die uns besonders interessierten. Nach einer kurzen Pause gingen wir als Gruppe hinaus und betrachteten im Rahmen einer Führung das Gelände; darunter das ehemalige Kloster, das heute noch erhalten ist. Wir beschäftigten uns mit der Ernährungssituation, den hygienischen Bedingungen und der Frage, wie das Leben und Überleben der Gefangenen damals beeinflusst wurde.

Besonders eindrücklich und zugleich erschreckend war für uns die Einzelzelle, in der aber tatsächlich mehrere Personen auf engstem Raum untergebracht waren. Vor allem die in die Wand eingeritzten Worte und Zeichen der Gefangenen haben uns sehr bewegt, da sie zeigen, wie die Inhaftierten versuchten, Spuren ihrer Existenz zu hinterlassen und ihre Gedanken oder Hoffnungen festzuhalten. Anschließend arbeiteten wir mit Kopien von originalen Akten aus der Zeit des Arbeitserziehungslagers. Jeder von uns bekam Akten von ehemaligen Gefangenen, die wir analysierten. Wir versuchten herauszufinden, woher die Menschen kamen, wie alt sie waren und wohin sie deportiert wurden. Nach einer längeren Mittagspause, in der wir uns stärken konnten, teilten wir uns in Gruppen auf und bereiteten Präsentationen vor.

Unsere Themen umfassten wichtige Orte und Gebäude der Gedenkstätte, wie zum Beispiel die Alte Pforte, die Arbeitsbaracke, die Zehntscheune, die Küche, das Landarmenhaus und das Frauenhaus. Als unsere Präsentationen fertig waren, gingen wir zu den jeweiligen Orten auf dem Gelände zurück und trugen dort unsere Ergebnisse der gesamten Gruppe vor. Das hat den Vorteil, dass man nicht nur im Seminarraum sitzt, sondern an dem Ort steht, über den man spricht. Zum Abschluss kehrten wir wieder in den Seminarraum zurück und gingen gemeinsam die zu Beginn gesammelten Fragen durch. Danach gab es noch ein Schlusswort und die Veranstaltung wurde beendet.

Für uns war der Besuch der Gedenkstätte sehr interessant, weil wir durch die Arbeit mit originalen Dokumenten und den Rundgang vor Ort viel besser verstanden haben, wie Menschen während der NS-Zeit leiden mussten. Besonders eindrücklich war, echte Akten zu lesen und persönliche Schicksale kennenzulernen; dies macht die historische Zeit viel greifbarer, als wenn man nur im Unterricht darüber spricht. Die Exkursion war sehr informativ, aber auch emotional belastend. Dabei wurde deutlich, wie wichtig Erinnerungsorte wie die Gedenkstätte Breitenau sind: Sie helfen uns, nicht zu vergessen, was in der Vergangenheit geschehen ist, und regen zum Nachdenken über Menschenrechte und Demokratie an.
Marah Aydak

